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9 Seiten von meinem Buch

 
 
 
eine Reise
 
Was die Presse meint!
 
Zur Jakobsmuschel
 
Man kann sie auch essen!  
Über die Pilgerfahrt nach Santiago
 
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Der Jakobsweg von Würzburg/Rothenburg über Winnenden
nach Schaffhausen und Basel und weiter in Richtung Belfort

Teil 1

Von Würzburg nach Tübingen

Von Norden kamen die Pilger über Würzburg, dem fränkisch-schwäbischen Zugang, von Bamberg oder über den Tauberraum bei Rothenburg. Sie folgten entweder der alte "Hohen Straße", die heute wieder nach Speyer führt oder pilgerten zu dem wohl bedeutsamsten Pilgerziel des späten Mittelalters, Einsiedeln in der Schweiz.

Hier wird der nun vollständig markierte Weg vorgestellt, der als Traversale durch Württemberg führt und viele Hinweise auf Jakobspilger, örtlich praktizierten Jakobuskult und viele auf die Pilgerfahrt deutende Flurnamen erhält. Es gehen einige Varianten davon ab, die sicherlich auch von Pilgern begangen wurden, aber aufgrund geografischer Faktoren vermutlich eher gemieden wurden. So war der Weg über die Höhen des Schwarzwalds mühsam und gefährlich. Als Wege boten sich die ehemaligen Römerstraßen an, die noch lange als Wirtschaftswege genutzt wurden. Im Südwesten entstand später die Schweizer Landstraße aus einem dieser Heerwege, heute die B27. Beleg für diese These ist die hohe Anzahl von Hinweisen, wie sie schon oben erwähnt wurden.

Wolfgang Lipp beschreibt in seinem Buch "Auf nach Santiago" sehr detailliert eine Strecke über Urphar, Lauda, Bad Mergenheim, Schwäbisch Hall, Murrhardt nach Winnenden. Außerdem eine parallel laufende Strecke vom Würzburg über Wertheim, Mittenberg, Walldürn, Gundelsheim, Heilbronn, die danach entweder durch den Schwarzwald über Hirsau oder Weil der Stadt Richtung Horb führt. Er stellt vor allem Kulthinweise in den Mittelpunkt seiner Überlegungen.

Der evangelische Pfarrer aus Ulm hat in einer wirklichen Fleißarbeit sämtliche Fakten, die eine Wegbestimmung ermöglichen, schon Anfang der 90er Jahre zusammen getragen.

Hier folgen nun Orte mit Bezug zum Jakobskult auf der Linie Würzburg - Winnenden. Alles und viel mehr finden Sie in meiner Publikation beschrieben. Hier die Liste von Rothenburg nach Rottenburg und weiter mit Übernachtungsmöglichkeiten.

Empfehlenswert sind Wanderkarten des Landesvermessungsamtes in Zusammenarbeit mit dem Schwäbischen Albverein: Blatt 14 und 17, Blatt 27, Blatt 7 und 9. Weitere Infos zu Karten hier.

Würzburg: Auf der linken Mainseite befand sich einst das Schottenkloster St. Jakob. Es wurde 1134 gegründet, 1945 völlig zerstört und ab 1955 als Don Bosco-Kirche neu aufgebaut. Außerdem gab es um 1576 das Juliusspital mit einem Relief über dem Portal, auf dem Jakobspilger abgebildet sind.

Wegekarte von Wolfgang Lipp

Schottenkloster St. Jakob
Ehem. Schottenkloster St. Jakob
Juliusspital mit Relief Nach Würzburg und Rothenburg ob der Tauber folgt Schrozberg, Langenburg, Schwäbisch Hall, Murrhart, Oppenweiler,
Winnenden, Hanweiler, Steinreinach, Kleinheppach, Endersbach, Stetten, Schurwaldhöhe, St. Bernhardt, Esslingen am Neckar
(ca. 7 Etappen)
Karten
Juliusspital mit einem Relief, rechts zwei Pilger
an den Wanderstöcken erkennbar.
 
Hühnerwunder

In der Jakobskirche (1337-1464) von Rothenburg finden wir (links) den bunten Hochaltar bemalt von Friedrich Herlin (1466). Er zeigt in vielen Bildern das so genannte Hühner- oder Galgenwunder.

Riemenschneider-Altar

Heiligblutaltar v. Riemenschneider(1501-1505)

Abseits vom Weg: In Oberwittighausen steht die Sigismundkapelle, ein unregelmäßiges Oktogon (um 1150 gab es die ersten Baumaßnahmen). Ursprünglich war sie vermutlich Pfarr- und Taufkirche für die ganze Umgebung. Danach wurde sie ein sehr beliebter Wallfahrtsort. Im Jahre 1354 wurden ein Teil der Gebeine des hl. Sigismunds durch Kaiser Karl IV. von Burgund in den Prager St. Veitsdom übertragen. Vermutlich führte der Weg über Wittighausen, sodaß es zur Namensänderung in Sigismundkapelle kam.

An dem romanischen Portals finden wir die Abbildung eines Pilgers.

Außerdem gibt es in Lauda eine Jakobskirche (erster Bau war um 1300) sowie in Niederstetten, Hohebach und Nagelsberg bei Künzelsau.

Im Nordosten der Kapelle sprudelte einst eine Quelle, die heute noch für eine feuchte Stelle im Innenraum sorgt und, wie die Kirchenführerin erzählt, esoterische Spurensucherinnen, die auf der Platte stehen, zu ekstatischen Ausbrüchen treibt. Zitat: "Ich spürs, ich spürs..."

Immer noch gibt es die Gemarkung "Pilgerspfad" und die Neubaugebiete Pilgerspfad I, II und III.

Ein See lädt zum Baden ein.

Michaelskirche

Michaelskirche in Schwäbisch Hall, auf deren Treppe immer
ein Sommertheater stattfindet.

ehemalige Pilgerherberge

Es sind insgesamt sehr schöne Wege, die auch mit dem Fahrrad befahren werden können, die über Schwäbisch Hall, Murrhardt nach Oppenweiler und Winnenden führen

Eine Tafel in der Michaelskirche: "Das Leben ist eine Pilgerfahrt".

In Schwäbisch Hall stand einst eine Jakobskirche auf dem Platz, wo sich heute das Rathaus befindet.

Eine Pilgerherberge gab es einst in der Gelbinger Gasse (links). Es steht inzwischen leer und riecht nach "Döner".

Das Leben ist eine Pilgerfahrt

Murrhardt

Romanischer Anbau an der Murrhardter Kirche. Dort nehmen die Kirchengemeinden Pilger auf.

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Oppenweiler

Die im spätgotischen Stil errichtete evangelische Jakobskirche in Oppenweiler entstand zwischen 1460 und 1511. In ihr finden wir Grabdenkmäler der Herren von Sturmfeder, die einst mit dem Markgrafen von Baden ins Land gekommen waren. In den Wappen erkennt man die so genannten Sturmfedern oder Fußangeln, ein Marterwerkzeug, mit dem der Feind herangezogen und entsprechend malträtiert
wurde. Der Hochaltar stammt aus der Zeit um 1465. Er wird der Ulmer Schule zugeschrieben und zeigt mit geöffneten Flügeln in der Mitte rechts eine Jakobusdarstellung.

Bemerkenswert ist auch links die Darstellung des Christophorus. Er soll, so der Glaube, nach dem Betrachten den ganzen Tag über vor dem »Jähtod«, einem plötzlichen Tod, schützen.
Die Abbildung links findet sich auf der Predella unten.
Auch die evang. Gemeinde von Oppenweiler nimmt "richtige" Pilger auf.

Unterweissach

Eine schöne Brücke in Unterweissach im Tal

Außerdem existiert ein Jakobsweg von Murrhardt über Sulzbach a. d. M. nach Oppenweiler, von dem mir ein Seminarteilnehmer berichtet hat, der aber in Vergessenheit geraten ist .

Den Schlüssel zur Schlosskirche in Winnenden erhalten Sie an der Pforte des Psychiatrischen Landeskrankenhauses daneben.

 

Mopsdenkmal

Mopsdenkmal, im Hintergrund die Schlosskirche

In Winnenden lassen topographische und historische Traditionen den Schluss zu, dass es hier bereits seit dem 14. Jahrhundert Einrichtungen zur Pilgerversorgung gab.

Schlosskirche St. Jakobus

 

In der Schlosskirche St. Jakobus zu Winnenden steht einer der schönsten dem heiligen Jakobus geweihten Altäre, ein eindrucks-volles Zeugnis gotischer Kunst in höchster Blüte, »in dessen Figuren und Reliefs in einem für uns unvorstellbaren Maß dem spät-mittelalterlichen Menschen« die Jakobswunder Wirklichkeit geworden sind.

Auf den vier Reliefs der Altarflügel sind Szenen aus der Legende des Heiligen und seiner Pilger dargestellt: die Predigt des Jakobus und die Verbrennung der Bücher des Zauberers Hermogenes, die
Enthauptung des Heiligen und die Verschiffung des Leichnams nach Spanien, die deutschen Pilger in der Herberge des betrügerischen Wirts und ihre Abreise sowie das Galgen- und das Hühnerwunder.

Schlosskirche

Der markierte Weg geht ab Endersbach über Plochingen oder Esslingen in 2 Varianten weiter.

Esslingen

In Esslingen finden wir in der Dionyskirche Jakobsmuscheln im Altarraum, die das Familienwappen der Fabrikantenfamilie Merkel darstellen. Außen an der gotischen Frauenkirche findet wir eine Kopie des Hl. Jakobus und am Portal das sog. Welten- Gericht, wo den Gläubigen drastisch aufgezeigt wird, was passiert, wenn sie den Weg des Glaubens (oder der Kirche) verlassen. Sie werden von einem grauseligen Tier verschlungen. Das ist ein Motiv, dass bis Santiago immer wieder zu finden ist.


Weltengericht an der Frauenkirche
Familienwappen der Fabrikantenfamilie Merkel
Variante ab Endersbach über Plochingen, Wernau, an der Bodelshofener Jakobskirche vorbei (dort zweigt der Göppinger Gesundheitspfad in unseren Weg ein), nach Frickenhausen und weiter nach Neckartailfingen


Bodelshofen

Auf beiden Varianten finden wir neuere Jakobsbrunnen.

Aus Esslingen oder Plochingen kommend geht es über Einsiedel nach Bebenhausen, von dort über Waldhausen und die Wanne zum Mittelpunkt von Baden-Württemberg und über den Frondsberg in die Altstadt zur Jakobuskirche.

 

Stationen des Jakobwegs:

Esslingen, Berkheim, Denkendorf, Lindenhöfe, Hardt, Neckartailfingen, Schlaitdorf, Altenriet, Dörnach, Pliezhausen, Rübgarten, Einsiedel, Bebenhausen, Tübingen,
Länge: 49 km, (2 Etappen)
Zeit: 15 Stunden
Informationen: Verkehrsverein Tübingen, Telefon (0 70 71) 9 13 60

Jugendherberge

 

 

 

Neckartailfingen
Bebenhäuser Schloss Ein schiefer Kirchturm in Neckartailfingen und das Bebenhäuser Schloss (rechts)

Tübinger Jakobskirche

Tübinger Jakobskirche

Tübinger Jakobskirche

Die Tübinger Jakobskirche

Der im 12. Jahrhundert errichtete romanische Bau erfuhr zwischen 1500 und 1520 eine gotische Erweiterung, insbesondere im Chorbereich. Deutlich ist am Kirchenschiff noch das aufgehende Mauerwerk des alten romanischen Baus zu erkennen. An der Außenfassade sind verschiedene Reliefs angebracht, darunter die Abbildung eines Hühnchens. Eine Anspielung auf das Hühnerwunder?

Im Innern findet man über dem Taufbecken ein romanisches Steinrelief, das einen Pilger mit Stab abbildet, zudem einen Schlussstein mit einer reliefartigen Abbildung des Jakobus.
Tübingen war im Mittelalter eine Pilgerstation. Die Jakobsbruderschaft, die Reisen organisierte und die Pilger vor Ort betreute, wird noch im 15. Jahrhundert genannt.

An meinem Geburtshaus in der Burgsteige (unten) führt der Jakobsweg ebenso vorbei.

Hühnchen?

Mit viel Phantasie lässt sich hier ein Hühnchen erkennen. Aber nur bei starkem Lichteinfall von der Seite (morgens?) kann man es sehen.

Burgsteige

Unser Weg führt uns weiter über den wunderschönen Schlossberg, am Bismarckturm vorbei, zur Wurmlinger Kapelle, hinunter nach Wurmlingen und anschließend nach Rottenburg.

Die Fortsetzung des Weges nach Rottenburg am Neckar und Hechingen längs der Schweizer Landstraße
weiter nach Rottweil, Villingen und weiter finden Sie hier!